Methoden

Affolter-Modell®

Das Entwicklungsmodell

Über viele Jahre hinweg wurde die Entwicklung von gesunden sowie von beeinträchtigten Kindern erforscht. Der „Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)“ finanzierte diese jahrelangen Forschungsprojekte zur kindlichen Entwicklung.

Auf der Basis dieser Forschungsergebnisse war es möglich, allgemeingültige Aussagen sowohl zu gesunder als auch zu beeinträchtigter Entwicklung zu machen. Daraus wurde ein eigenes Entwicklungsmodell erarbeitet. Die Hauptaussagen dieses Entwicklungsmodells lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Entwicklung beruht auf einer Interaktion zwischen Person und Das heißt, dass die Entwicklung einerseits durch die Aktivitäten der Person, andererseits durch andere Menschen und Geschehnisse (Umwelt) beeinflusst wird. Interaktionsgeschehen begleiten Menschen sein ganzes Leben lang.
  • Das taktil-kinästhetische System (das “Spüren”) hat durch seinen Stellenwert innerhalb der Interaktion eine herausragende und entscheidende Bedeutung für die Entwicklung des Die Suche nach gespürten Informationen umfasst zwei Aspekte: zum einen die Informationssuche nach dem “WO” im Sinne von: Wo bin ich? Wo ist meine Umwelt? Und zum anderen die Informationssuche nach dem “WAS” im Sinne von: Was geschieht?
  • Gespürte Interaktionserfahrungen innerhalb problemlösender Alltagsgeschehnisse werden als Wurzel der Entwicklung angesehen. Erst eine Ausweitung oder Neuorganisation der Wurzel ermöglicht ein Fortschreiten in der Entwicklung.

Die Therapiemethode

Von diesem Entwicklungsmodell wird eine Therapiemethode abgeleitet, die Menschen mit Wahrnehmungsstörungen bei der gespürten Informationssuche innerhalb problemlösender Alltagsgeschehnisse unterstützt.

Um Betroffenen zu einer besseren Wahrnehmungsorganisation zu verhelfen, werden Teile der zur Problemexploration und Problemlösung notwendigen Bewegungen “geführt” vollzogen. Geführt heißt, dass eine andere Person (Therapeut) mit dem Körper der Klient*innen Bewegungen so ausführt, dass gemeinsam Beziehungen zwischen Klient*in und Umwelt hergestellt und exploriert werden. Dadurch können Informationen entstehen, die es den Betroffenen ermöglichen, die Informationssuche sowohl zum Geschehen (“WAS”) als auch zur Position seines Körpers in der Umwelt (“WO”) angemessener zu organisieren.

Quelle vom Punkt „Das Affolter-Modell“: http://apwschweiz.ch/index.php/de/affolter-modell/therapie

Ergotherapie

Definition der Ergotherapie:

Die Ergotherapie – abgeleitet vom Griechischen „ergein“ (handeln, tätig sein) – geht davon aus, dass „tätig sein“ ein menschliches Grundbedürfnis ist und dass gezielt eingesetzte Tätigkeit gesundheitsfördernde und therapeutische Wirkung hat. Deshalb unterstützt und begleitet Ergotherapie Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind und/oder ihre Handlungsfähigkeit erweitern möchten. Ziel der Ergotherapie ist es, Menschen bei der Durchführung von für sie bedeutungsvollen Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit/Erholung in ihrer Umwelt zu stärken. In der Ergotherapie werden spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung gezielt und ressourcenorientiert eingesetzt. Dies erlaubt dem Klienten, seine Handlungsfähigkeit im Alltag, seine gesellschaftliche Teilhabe (Partizipation) und seine Lebensqualität und -zufriedenheit zu verbessern (DACHS, 2007).

Ergotherapie im Efeu

Die Tagesförderstätte pflegt seit Jahren die Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und bietet für ihre Klient*innen zusätzlich zur Affolter-Therapie auch Ergotherapie an.

Mit dem Ziel Teilschritte von Selbständigkeit zu erhalten bzw. zu fördern, werden im Efeu alle Klient*innen täglich bei der Alltagsbewältigung ergotherapeutisch begleitet. Die Therapieeinheiten finden je nach Bedürfnis der Betroffenen im Einzelsetting oder in der Kleingruppe statt.

Die im Efeu angebotenen ergotherapeutischen Einheiten sind nach dem ergotherapeutischen Prozessmodell CPPF (siehe Darstellung 1) aufgebaut
Darstellung 1